Der 4. Wirtschaftstag Irak

Der 4. Wirtschaftstag Irak

Der 4. Wirtschaftstag Irak

„Chancen in einer investierenden Wirtschaft”
19. Mai 2014 Konferenz in der Industrie- und Handelskammer Nürnberg
Ulmenstraße 52, 90443 Nürnberg
20. Mai 2014 Rahmenprogramm im Großraum Nürnberg
Veranstaltungssprache: Arabisch | Deutsch

Seit mehreren Jahren ist der Irak einer der aussichtsreichsten Märkte für deutsche Unternehmer in der EMA Region. Die  Nachfrage und der Bedarf an hochwertigen Produkten deutscher Unternehmen sind unveränder hoch. Die positive Wirtschaftsentwicklung des Iraks, auch im Jahr 2014, trägt zu einem positiven Wirtschaftswachstum bei, von dem besonders die Bereiche Infrastruktur- und Bauwesen, Logistik sowie Gesundheitswirtschaft profitiere.

Hochkarätige Entscheidungsträgern und Experten referierten zu Wirtschaftslage, Chancen und Herausforderungen der irakisch-deutschen Zusammenarbeit und wichtige Kontakte zu irakischen Unternehmern und Entscheidungsträgern wurden aufgebaut, untern anderem mit:

  • S.E. Dr. Hussain Mahmood Fadhlalla Alkhateeb, Botschafter der Republik Irak in Berlin
  • Hashim Mohamed Hatim, Generaldirektor für Wirtschaftsbeziehungen, Handelsministerium der Republik Irak
  • Christian Haas, Geschäftsführer, AKE SKABE GmbH
  • Amer Essa Al-Jewahiri, Industrial Development Expert, United Nations Industrial Development Organization, Programm Irak
  • Ing. Adeeb Noaman Abdul Aziz, Board Member, Anbar Invest, Irak
  • Alexander Vonscheidt, Middle East Sales Manager, HT Labor + Hospitaltechnik AG
  • Dr. Stephan Jäger, Rechtsanwalt, Amereller Rechtsanwälte, München
  • Adnan Marza Marsook Al-Ramahi, Republic of Iraq National Investment Commission, Irak
  • Prof. Dr. Sefik Bahadir, Direktor des Center for Iraq Studies der Universität Nürnberg-Erlangen

Neben Fachvorträgen bot der Wirtschaftstag ausgiebig Raum und Zeit für den direkten Kontakt zwischen den Teilnehmern in Form von B2B-Gesprächen und einem Galadinner.

Intensiver Austausch, Netzwerken und der Erhalt von Informationen aus erster Hand standen auch beim diesjährigen Wirtschaftstag Irak der EMA im Fokus. Dieses Ziel wurde nach einem gut besuchten und diskussionsreichen ersten Tag in der Industrie- und Handelskammer Nürnberg zu Mittelfranken mehr als erfüllt. Mit einem attraktiven Rahmenprogramm am Folgetag wurde der deutsch-irakische Austausch in Nürnberg erfolgreich beendet. Partner der diesjährigen Veranstaltung waren neben der Irakischen Botschaft in Berlin und der Industrie- und Handelskammer Nürnberg auch das Center for Iraq Studies (CIS) der Friedrich-Alexander Universität Erlangen Nürnberg.

Eröffnet wurde der Wirtschaftstag  von Markus Lötzsch, Präsident der IHK Nürnberg. Er unterstrich das enorme Potential der irakischen Wirtschaft für deutsche Unternehmer in den attraktiven, wachstumsfähigen Sektoren wie Automation, Petrochemie und Umwelttechnik. Der Botschafter der Republik Irak in Berlin, S. E. Dr. Hussein Fadhlallah Alkhateeb, erläuterte die Vorhaben der irakischen Regierung zur Kooperation mit Deutschland sowie die Nachfrage nach deutscher Expertise und Know-How. Dr. Layadi, Generalsekretär der EMA, bezeichnete die Veranstaltung als Startschuss der Zusammenarbeit zwischen der EMA und der IHK Nürnberg und deutete den zum 4. Mal veranstalteten Wirtschaftstag Irak als aktiven Beitrag zur Sensibilisierung der deutschen Wirschaft und Industrie für die Herausforderungen des Wiederaufbaus des Irak.

In seiner Rede forderte Hashim Mohamed Hatim, Generaldirektor des irakischen Handelsministeriums, deutsche Firmen auf, sich direkt am irakischen Markt zu engagieren. Das Handelsministerium stelle hierfür in Kooperation mit den Botschaften eine Vielzahl an Ausschreibungen für Projekte im Irak zur Verfügung. Amer Essa Al-Jewahiri, seinerseits Experte des UNIDO Program Iraq, legte die verschiedenen Herausforderungen und unterstützende Projekte zur wirtschaftlichen Stabilisierung und Stärkung des Landes dar. Zu guter Letzt beleuchtete Prof. Dr. Sefik Alp Bahadir, Leiter des Center for Iraq Studies an der Universität Erlangen Nürnberg, die Situation des Landes von der wissenschaftlichen Seite. Im Anschluss wurde ihm für sein jahrzehntelanges Bemühen zur Vertiefung der deutsch-arabischen Beziehungen die Ehrenmitgliedschaft der EMA verliehen.

Panel I: Doing Business in Iraq
Das erste Panel war speziell den Investitionsmöglichkeiten im Irak und dessen Rahmenbedingungen gewidmet. Adnan Marza Marsook Al-Ramahi, Rechtsberater der National Investment Commission of Iraq, betonte den Bedarf an Investitionen in seinem Land und die hierfür garantierten Vorteile für ausländische Unternehmer. René Kienast, Euler Hermes AG, erläuterte den wichtigen Punkt der Risikoabdeckung für Investitionen in den Irak seitens der Bundesregierung. Dies ermöglicht Unternehmen eine höhere Planungssicherheit und geringeres Ausfallrisiko. Adeeb Noaman Abdul Aziz berichtete für die Al-Anbar Investment Commission über den Aufbau deutsch-irakischer Wirtschaftsbeziehungen im Rahmen des irakischen Investitionsgesetzes. Die Positionierung des Irak im globalen Wettbewerb sowie die Möglichkeiten von ausländischen Direktinvestitionen wurden von Stephan Franken, Geschäftsführer der gADmore! GmbH, dargestellt und Dr. Stephan Jäger von Amereller Rechtsanwälte referierte über die rechtlichen Bedingungen für Geschäftsaktivitäten im Irak.

Panel II: Branchenübergreifende Geschäftserfahrungen

Einen Einblick in die gemachten Erfahrungen ihrer Unternehmen ließen die Referenten des 2. Panels zu: Dusan Pokorny, CFS Iraq, sowie Alexander Vonscheidt, HT Labor + Hospitaltechnik AG, gaben in einem kurzen Überblick Eindrücke in die deutsch-irakische Zusammenarbeit und deutsche Projekte vor Ort. Christian Haas, AKE | SKABE, gab einen lebhaft diskutierten Einblick in die aktuelle Sicherheitslage der verschiedenen irakischen Regionen sowie in die Möglichkeiten, das eigene Gefährdungspotential oder das der Mitarbeiter zu verringern.

Panel III: Zukunft der Irakisch-Deutschen Geschäftsbeziehungen
Zuletzt ging es um einen Ausblick auf zukünftige deutsch-irakische Wirtschaftsbeziehungen. S.E. Dr. Alkhateeb betonte, dass ein Wissens- und Technologietransfer für die weitere Entwicklung des Landes notwendig sei und besonders Deutschland mit den hier lebenden 133.000 Irakern eine Vorreiterrolle spielen kann. Dr. Jäger wies darauf hin, dass deutsche Unternehmen auf ungewohnte rechtliche Situationen im Irak stoßen. Besonders Kommunikationsprobleme auf beiden Seiten müssen angegangen werden, um den Weg für weitere Investitionen zu bahnen. Alle Beteiligten waren sich darin einig, dass Deutschland eine entscheidende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung des Iraks spielen kann und besonders im Bildungssektor von Seiten der Bundesregierung noch viel Potential ungenutzt ist.
Mit einem exzellenten Galadinner und weiteren angeregten Gesprächen ging der erste Tag der Veranstaltung erfolgreich zu Ende.

Rahmenprogramm
Am darauffolgenden Tag stand die Firmenbesichtigung der HT Labor + Hospitaltechnik AG an. Das mittelständische Unternehmen produziert Operationssäle und Hochsicherheitslabore für Krankenhäuser und wissenschaftliche Einrichtungen auf der ganzen Welt. Den Teilnehmern wurde ein interessanter Einblick in die Produktionsprozesse gegeben.

Mit einer charmant geführten Stadtrundfahrt mit vielfältigen Einblicken in die nürnbergische Stadtgeschichte wurde das Programm des 4. Wirtschaftstag Irak abgerundet.

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