Das 3. Maghrebforum

Das 3. Maghrebforum

Seit einigen Jahren erleben die maghrebinischen Länder einen umfassenden Wandel. Sowohl politisch als auch wirtschaftlich wird die Rolle der Volkswirtschaften untereinander als auch zu Europa neu definiert werden.

Die EMA fördert diesen Prozess, indem Sie eine Plattform für den Austausch von Projektideen und Initiativen für eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Algerien, Libyen, Marokko, Mauretanien und Tunesien bereitstellt:

Das 3. Maghrebforum
Das Agribusiness: Markt der unzähligen Chancen

07.- 08. Oktober 2015

Landesvertretung Hamburg, Jägerstraße 1, 10117 Berlin

(Deutsch-französische Simultanübersetzung)

Schwerpunkt des Maghrebforums ist das Agribusiness, das in der Region vielversprechende Prognosen zeigt. Vom Erzeuger bis zum Endverbraucher liegen unzählige Schritte in der Wertschöpfungskette, die deutschen und maghrebinischen Unternehmen vielfältige Impulse für die Zusammenarbeit geben.

Die Nähe zu Europa, die wachsende Nachfrage nach Produkten aus dem Maghreb im europäischen Ausland sowie die maghrebinischen Länder als Absatzmarkt für Technologien und Innovationen aus Deutschland machen die Zusammenarbeit so attraktiv. Das Forum ist für Unternehmer aus dem Agribusiness eine einzigartige Gelegenheit, ihre regionalen geschäftlichen und politischen Netzwerke zu erweitern.

Zum Forum werden rund 200 Teilnehmer erwartet, darunter hochrangige ministerielle Vertreter, Delegationen von Kammern und Verbänden aus den Maghrebländern sowie Vertreter der deutschen Wirtschaft.

MITTWOCH, 7. OKTOBER 2015

9.00 –
9.30 Uhr
Registrierung
09.30 – 10.15 Uhr Eröffnungsreden und Grußworte

Dr. Rolf Bösinger, Staatsrat der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation,
Hamburg

Christian Wulff, Präsident des Euro-Mediterran-Arabischen Ländervereins
(EMA e.V.), Bundespräsident a.D.

Jean-Louis Guigou, Generaldelegierter, Institut de Prospective Économique Du Monde
Méditerranéen (IPEMED), Paris

Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zur Vertiefung der Partnerschaft zwischen IPEMED und EMA e.V.

S.E. Elyes Kasri, Botschafter der Tunesischen Republik, Berlin

10:15 – 11:30 Uhr Panel I: Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen der deutsch-maghrebinischen Zusammenarbeit

Chairperson: Hassiba Sayah, EMA-Mitglied, Senior Consultant, MDE Consult, Algier, Algerien

„Jüngste Entwicklungen der bilateralen Kooperation zwischen Tunesien und
Deutschland“
Mohamed Fadhel Hassayoun, Direktor der Abteilung für bilaterale Beziehungen, Ministerium
für Entwicklung, Investition und internationale Kooperation, Tunis

„Wirtschaftspotentiale für eine nachhaltige Entwicklung in Nordafrika“
Heiko Wildner, Referat Nordafrika, Naher- und Mittlerer Osten, Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie, Berlin

„Deutsche Außenpolitik für ein stabiles Libyen“
Andreas Fiedler, Stellvertretender Leiter des Nordafrika-Referats im Auswärtigen Amt, Berlin

Diskussion und Fragerunde mit dem Publikum

11:30 – 12:00 Uhr Kaffeepause im Foyer | Networking
12:00 – 13:30 Uhr Panel II: Neue Trends im Agribusiness

Chairperson: Gabriele Groneberg, EMA-Vizepräsidentin, MdB, Berlin

„Entwicklung des marokkanischen Regierungsprogramms im Bereich der Agrarwirtschaft“
S.E. Omar Zniber, Botschafter des Königreichs Marokko, Berlin

„Partnerschafts- und Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen der Land- und Nahrungsmittelwirtschaft in Algerien”
S.E. Nor-Eddine Aouam, Botschafter der Republik Algerien, Berlin

„Erfahrungsberichte aus der Tiefkühlbranche“
Dirk Ahlers, Aufsichtsratsvorsitzender, FRoSTA AG, Hamburg (EMA-Mitglied)

„Die Molkereiindustrie in Libyen – State-of-The Art Produktion in Zeiten der Krise“
Mohammed Raied, Inhaber/CEO, Al Naseem Dairy, Misurata, Libyen

Diskussion und Fragerunde mit dem Publikum            

13.30 – 15.00 Uhr Networking-Lunch
15:00 – 16:00 Uhr Panel III: Umweltfreundliche Technologien der Lebensmittelwirtschaft

„Chairperson: Maryam Mamozai, Rechtsanwältin, MM Legale, Nürnberg (EMA-Mitglied)

„Eine nachhaltige Aquakultur als Antwort auf eine steigende Nachfrage“
Finnbogi Baldvinsson, Geschäftsführer, Pickenpack Europe GmbH, Lüneburg (EMAMitglied)

„Recyclingtechnologien gegen die Verödung von landwirtschaftlichen Nutzflächen“
Alexander Julius, Geschäftsführer, Envitec Engineering GmbH, Hamburg (EMA-Mitglied)

„Gemeinsam in neue Märkte – Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft als Innovationsmotor“
Jens-Martin Kremer, Geschäftsentwicklung, DLG Service GmbH, Frankfurt

Diskussion und Fragerunde mit dem Publikum

16.00 – 17.00 Uhr Abschlussrunde

Chairperson: Clara Gruitrooy, Geschäftsführerin, EMA e.V., Hamburg

S.E. Omar Zniber, Botschafter des Königreichs Marokko, Berlin

Mohammed Raied, Inhaber/CEO, Al Naseem Dairy, Misurata, Libyen

Jemal Mohamed Taleb, Clyde&Co, IPEMED Vorstandsmitglied, Paris

Diskussion und Fragerunde mit dem Publikum

 

DONNERSTAG, 8. OKTOBER 2015

9:00- 10:00 Uhr Transfer zur Firmenbesichtigung
10.00 – 12.00 Uhr Firmenbesichtigung I** (in Kooperation mit der IHK Potsdam)
Christine Berger GmbHi
12:00 – 13:00 Uhr Lunch
13:00 – 13:30 Uhr Transfer zur Firmenbesichtigung II
13:30 – 16:00 Uhr Firmenbesichtigung II** (in Kooperation mit der IHK Potsdam)
Karls Markt OHGii
16:00 – 17:30 Uhr Transfer nach Berlin

*separate Anmerldung erforderlich

**Seit 21 Jahren widmet das Familienunternehmen Christine Berger sein ganzes Engagement dem Sanddorn. Auf 150 Hektar baut das Unternehmen bio-zertifizierten Sanddorn an. Geschnitten und schockgefrostet, werden die Beeren auf schonende Art weiterverarbeitet, sodass die wertvollen Wirkstoffe garantiert erhalten bleiben. Hier liegen der Anbau, die Entwicklung der einzelnen Produkte und ihr Vertrieb in einer Hand. Die stetig wachsende Produktpalette aus dem Hause Berger beinhaltet alles von Lebensmitteln bis zur Kosmetik

***Die CONDIO GmbH ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen in der zweiten Generation, welches natürliche Stabilisatoren, Zutaten und Zusatzstoffe für Lebensmittel entwickelt und vertreibt. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Optimierung von Technologien, Produktqualitäten, der Haltbarkeit von Lebensmitteln und der Vereinfachung von Zutaten.  Standorte in Südafrika, Spanien, Ungarn und Iran spiegeln die internationale Ausrichtung des Unternehmens wider.

„Tun, nicht nur planen“

„Tun, nicht nur planen“ – Darüber waren sich wohl alle Teilnehmer des 3. Maghrebforums einig.

Seit einigen Jahren erleben die maghrebinischen Länder einen umfassenden Wandel. Sowohl politisch als auch wirtschaftlich wird die Rolle der Volkswirtschaften untereinander als auch zu Europa neu definiert. Rund 150 hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik folgten deshalb der Einladung der EMA zum 3. Maghrebforum in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund. Schwerpunkt des Forums war das Agribusiness, welches in der Region vielversprechende Prognosen zeigt. Vom Erzeuger bis zum Endverbraucher liegen unzählige Schritte in der Wertschöpfungskette, die deutschen und maghrebinischen Unternehmen vielfältige Impulse für die Zusammenarbeit geben.

“Die Welt wächst zusammen”

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Gastgeber Dr. Rolf Bösinger, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, der die historischen Handelsbeziehungen der Hansestadt hervorhob. Christian Wulff, EMA-Präsident und Bundespräsident a.D., sprach von dem noch großen Bedarf an Kooperation zwischen Europa und der Mittelmeerregion. In einer zunehmend globalisierten Welt, hätten Europa und vor allem Deutschland „die Chance ein Vorbild für andere Länder zu sein“ und Verantwortung zu übernehmen. Dem schloss sich auch Jean-Louis Guigou, Generalbevollmächtigter des Insitut de Prospective Économique Du Monde Méditerranéen (IPEMED) an. Die Mittelmeerländer und Afrika hätten großes Potenzial, welches aufgrund mangelnder europäischer Initiative oft ungenutzt bliebe. Aus diesem Grund stelle die Arbeit von EMA und IPEMED einen unerlässlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region dar. Hierbei sprach er von der Bedeutung des Begriffs der gemeinsamen Aktion (frz. coproduction) welcher impliziert, dass man die Länder der Region „nicht als Kunden sondern als Partner“ behandelt.

Als eines der Highlights der Veranstaltung unterzeichneten Jean-Louis Guigou und Christian Wulff eine Absichtserklärung zwischen EMA um IPEMED, um gemeinsam im Barcelona-Prozess aufzutreten. Da die „Wirtschaft schneller als die Politik“ sei, könnten beide Organisationen durch ihre Arbeit maßgeblich zur regionalen Integration des Mittelmeerraums beitragen.

“Die Wirtschaft ist schneller als die Politik”

Der neue tunesische Botschafter, S.E. Elyes Kasri, begrüßte die Partnerschaft der beiden Organisationen und betonte, dass beide sehr gut in den Rahmen der tunesischen Entwicklungsambitionen passten. Seit den 1960er Jahren habe es gute deutsch-tunesische Beziehungen gegeben, die es aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln gelte. Dies bestätigte auch Mohamed Fadhel Hassayoun, Vertreter des tunesischen Ministeriums für Entwicklung, Investition und internationale Kooperation, der einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen der bilateralen Kooperation gewährte.

Über die Potenziale und Herausforderungen der Region sprachen Heiko Wildner vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Andreas Fiedler vom Auswärtigen Amt. Trotz der teils angespannten politischen Situation gäbe es viele Ressourcen und den „demographischen Bonus“ der mehrheitlich jungen und gut ausgebildeten Bevölkerung. Ziel der deutschen Politik und Wirtschaft müsse es daher sein, sowohl (rechts)staatliche Strukturen als auch die regionale Wirtschaft zu stärken.

Die Botschafter von Marokko und Algerien, S.E. Omar Zniber und S.E. Nor-Eddine Aouam, sprachen über agrarpolitische Reformen sowie Entwicklungspotenziale und Investitionsmöglichkeiten in ihren Ländern. Trotz der hohen Nachfrage nach deutschem Know-how, hätten deutsche Unternehmen vergleichsweise wenig in der Maghreb-Region investiert.

Dirk Ahlers, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der EMA-Mitgliedsfirma FRoSTA AG, erzählte von den Erfahrungen des Unternehmens in der Region und mahnte an, man müsse interkulturelle Schwierigkeiten überwinden, um die vorhandenen Chancen zu nutzen. Mohammed Raied, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Al Naseem for Food Industries in Misurata, Libyens größtes Privatunternehmen, sprach über die wirtschaftspolitische Situation in seinem Land. Die Lage sei weit besser, als es in den Medien den Anschein habe: Es sei „weitestgehend ruhig“ und die Infrastruktur funktioniere ebenfalls. Libyen sei reich an Ressourcen, welche aufgrund der Konzentration auf Erdölexporte bisher vernachlässigt worden waren. Als Vorsitzender des Dachverbands der libyschen Handelskammern lud er deutsche Unternehmen dazu ein, „Libyen eine Chance zu geben“.

Finnbogi Baldvinsson, Geschäftsführer von Pickenpack Europe sowie Alexander Julius, Geschäftsführer von EMA-Mitgliedsfirma Envitec Engineering GmbH, stellten umweltfreundliche Technologien in Fischzucht und Düngerwirtschaft vor, wonach Jens-Martin Kremer die Arbeit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) präsentierte.

“Es fehlt der Mut zum Investieren”

Die Teilnehmer der Abschlussrunde betonten vor allem die Notwendigkeit zum Handeln. Man habe „die Pflicht, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen“ und müsse daher aktiv aufeinander zugehen. Investitionen und wirtschaftliche Kooperationen wären zum beiderseitigen Vorteil, denn es gäbe „Platz für alle Firmen, vor allem für deutsche“. Deutschland und Europa sollten eine wichtige Rolle nicht nur in der industriellen, sondern auch in der landwirtschaftlichen Entwicklung der Region spielen, denn es könne „kein entwickeltes Land ohne entwickelte Landwirtschaft geben“. In diesem Sinne lud der Botschafter des Königreichs Marokko, S.E. Omar Zniber, Deutschland dazu ein, „mutiger, kühner und visionär zu sein“.

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