Letzte Aktualisierung: 2. Juli 2021

Der 1990 wiedervereinigte Jemen liegt im Südwesten der arabischen Halbinsel. Er grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an den Oman, im Süden an den Golf von Aden und im Westen an das Rote Meer. Hier befindet sich auch die Hauptstadt Sanaa, deren malerische Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die zweitgrößte Stadt, Aden, birgt einen wichtigen Hafen und ist ehemalige Hauptstadt des sozialistisch geprägten Südjemens. Die jemenitische Bevölkerung wurde 2018 auf rund 28,5 Millionen Menschen geschätzt, die auf einer etwa eineinhalb Mal so großen Fläche wie Deutschland leben. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR sind drei Viertel von ihnen von der humanitären Krise im Land betroffen, die seit Beginn einer gemeinsamen Militäroperation mehrerer arabischer Länder gegen bewaffnete Aufständische im März 2015 anhält.

Der Jemen gehört der UNO und der Arabischen Liga an. Er ist außerdem Mitglied der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) und der Welthandelsorganisation (WTO) sowie weiterer internationaler Organisationen.

Das Land ist formell eine Präsidialrepublik im Übergang, die seit 2012 von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi geführt wird. Er löste den langjährigen Präsidenten Ali Abdullah Saleh ab, der im Zuge der Revolution 2011, die im weiteren Kontext der politischen Umwälzungen in vielen arabischen Ländern zu sehen ist, nicht mehr kandidierte und schließlich im Dezember 2017 einem Attentat zum Opfer fiel. Das Hauptziel der internationalen Gemeinschaft ist die Beilegung der Krise und des Bürgerkriegs im Jemen. Es gibt einen Übergangsplan des Golfkooperationsrates und im Dezember 2018 wurde eine seither fragile UN-Waffenruhe für die wichtige Hafenstadt Hudaida umgesetzt, die von großen Schiffen aufgrund der Zerstörung der Infrastruktur und der Kräne nicht mehr angefahren werden konnte. Im April 2021 drängten die UN erneut auf einen sofortigen Waffenstillstand, nachdem in der nördlichen Region Marib weitere Kämpfe ausgebrochen waren, die Vertriebene bedrohten, die dort zuvor Zuflucht gefunden hatten.

Weizen und andere Getreidesorten, raffiniertes Erdöl, Roheisenbarren und andere Metallwaren, Reis und Zucker sowie Autos waren 2019 die wichtigsten Importgüter. Deutschland exportierte vor allem verpackte Medikamente, raffiniertes Erdöl, medizinische Instrumente und andere Maschinen in den Jemen. Im Jahr 2020 soll der Jemen aufgrund der anhaltenden Krise rund 90 Prozent seiner Lebensmittel importieren. Die schwache Landeswährung macht diese jedoch immens teuer. Die deutschen Importe aus dem Jemen bestanden 2019 vor allem aus Rohöl und in geringerem Umfang aus Altkupfer, Kaffee und Fisch.

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