Jordanien

Letzte Aktualisierung: 2. Juli 2021

Das Haschemitische Königreich Jordanien liegt im östlichen Mittelmeer, hat aber nur einen schmalen, 26 Kilometer langen Meereszugang zum Roten Meer im Golf von Akaba. Jordanien grenzt im Westen an Israel und die Palästinensischen Gebiete, im Norden an Syrien, im Nordosten an den Irak und im Süden an Saudi-Arabien. Das Land ist etwa viermal kleiner als Deutschland.  Bei einer Bevölkerung von ca. 10,9 Millionen Menschen beherbergt Jordanien nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) rund 660.000 syrische Flüchtlinge und damit den zweithöchsten Anteil an Flüchtlingen pro Kopf der Bevölkerung weltweit. Die Hauptstadt Amman liegt im nördlichen Teil des Landes.
Im Jahr 1999 folgte HM König Abdullah II. seinem verstorbenen Vater König Hussein auf den Thron. Durch politische Reformen und Maßnahmen zur wirtschaftlichen Liberalisierung leitete Abdullah II. eine Transformation der Volkswirtschaft ein und öffnete sie für den Weltmarkt.
Jordanien ist Mitglied der UN und der Arabischen Liga sowie der Welthandelsorganisation (WTO) und der Greater Arab Free Trade Area (GAFTA). Seit 2002 ist ein Assoziationsabkommen mit der EU in Kraft. Zusammen mit Marokko, Tunesien und Ägypten ist Jordanien auch Vertragspartner des Agadir-Abkommens, einer Freihandelszone, die darauf abzielt, die Regeln für Produktstandards und Zölle zu harmonisieren und alle Handelszölle zwischen den Unterzeichnern abzuschaffen.
Im Jahr 2020 verfügte Jordanien über das zweitgrößte Investitionsportfolio der International Finance Corporation (IFC) in der Mittelmeerregion und im Nahen Osten, mit dem Ziel, das Engagement des Privatsektors und die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Direktinvestitionen, öffentlich-private Partnerschaften und wichtige Reformen des Geschäftsklimas zu stärken.
Die jordanische Wirtschaft verfügt über einen starken Dienstleistungssektor; sein Anteil am BIP liegt konstant bei 66,6 Prozent, der vor allem durch Tourismus, Bank- und Finanzdienstleistungen sowie IT generiert wird. Der Tourismus hat eine Phase der Diversifizierung durchlaufen (Kulturtourismus, Ökotourismus, Abenteuerurlaub). Reformen und akademische Kooperationsprogramme haben den Weg für eine wissensbasierte Wirtschaft geebnet. Die verarbeitende Industrie (28,8% BIP-Anteil) konzentriert sich vor allem auf die Textilindustrie sowie den Bau- und Chemiesektor. Mehrere Gesetze zielen darauf ab, die Privatisierung des Wassersektors zu erleichtern. Charakteristisch für alle Branchen ist, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) den Großteil der Wirtschaftsleistung im privaten Sektor erbringen.
Die wichtigsten Exportgüter Jordaniens sind Düngemittel, Kalziumphosphate, verpackte Medikamente, Kleidung und Bekleidung sowie Phosphorsäure. Die wichtigsten Importgüter sind Autos, raffiniertes Erdöl, Erdgas, Rohöl sowie Kleidung und Bekleidung.
Im Ease of Doing Business Index 2020 hat die Weltbank die Bewertung Jordaniens angehoben. Der Zugang zu Krediten, die Beilegung von Insolvenzen und die Gründung eines Unternehmens wurden erleichtert. Die jordanische Wirtschaft ist stark von ausländischen Investitionen abhängig. Das Land bietet interessante Geschäftsmöglichkeiten in einem politisch stabilen Umfeld und einer investorenfreundlichen Atmosphäre. Investoren profitieren von stabilen Wechselkursen und relativ moderaten Inflationsraten.

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