Letzte Aktualisierung: 4. Dezember 2020

Die Arabische Republik Ägypten liegt am Knotenpunkt zwischen Afrika, Asien und Europa. Hauptstadt ist Kairo – mit je nach Schätzung 18 bis 25 Millionen Einwohnern die größte Stadt der arabischen Welt. Insgesamt hat das Land rund 100 Millionen Einwohner. Ägypten ist mit einer Million Quadratkilometern rund dreimal größer als Deutschland. Allerdings sind nur etwa vier Prozent der Fläche landwirtschaftlich nutzbar. Im fruchtbaren Nildelta werden vor allem Baumwolle, Reis, Zuckerrohr, Weizen, Gemüse und Obst angebaut.

Im Jahr 2011 war Ägypten eines der Zentren der politischen Umbrüche in der arabischen Welt. Diese brachten 2014 schließlich Abdel Fattah El-Sisi in allgemeinen Wahlen an die Präsidentschaft; 2018 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Er machte in den letzten Jahren vor allem mit mehreren Megaprojekten auf die wirtschaftliche Lage in Ägypten aufmerksam. So wurde der Suezkanal um eine zweite Fahrrinne erweitert, der Bau einer neuen Verwaltungshauptstadt in der Wüste östlich von Kairo vorangetrieben und die Idee zur landwirtschaftlichen Nutzbarmachung von rund 6.300 Quadratkilometern Wüstenboden wiederbelebt. New Capital City beherbergt seit Januar 2019 die größte Kathedrale des Nahen Ostens. Die Ministerien sollen zwischen 2020 und 2022 in die Stadt einziehen.

Ägypten war 1945 Gründungsmitglied der UNO und der Arabischen Liga und gehört unter anderem der Organisation arabischer Erdöl exportierender Länder (OAPEC), der Welthandelsorganisation (WTO) und der Großen Arabischen Freihandelszone (GAFTA) an. 2019 hat es den Vorsitz der Afrikanischen Union (AU) inne. Darüber hinaus ist Ägypten Vertragspartei des Agadir-Freihandelsabkommens mit Marokko, Tunesien und Jordanien. Seit 2004 besteht zudem ein Assoziationsabkommen mit der Europäischen Union. Deutsche Ausfuhren nach Ägypten sind zwischen 2015 und 2017 um mehr als ein Drittel gewachsen. Vor allem Maschinen, Kfz und Kfz-Teile, chemische Erzeugnisse sowie pharmazeutische und elektronische Produkte gehörten zu den Hauptexportgütern.

Seit September 2014 erfährt die Branche der Erneuerbaren Energien einen Aufschwung. Ägyptens Topographie bietet beste Voraussetzungen für die Nutzung von Wind- und Solarkraft. Mit der EU besteht seit April 2018 eine neue Strategische Energiepartnerschaft, die den Technologietransfer im Öl- und Gassektor einschließt und zur verstärkten Nutzung Erneuerbarer Energien beitragen soll. Zudem besitzt das Land eine Reihe von weiteren wirtschaftlich nutzbaren Rohstoffen wie Eisenerz, Phosphat, Gips, Gold und Marmor.

Ägypten ist das am stärksten industrialisierte Land Nordafrikas. Das Wiederaufblühen des wichtigen Tourismussektors bleibt zwar noch aus. Doch die Arbeitslosigkeit ging 2020 ebenso zurück wie die Inflationsrate, während die Wirtschaft um mehr als drei Prozent gewachsen ist. Darüber hinaus wird dem Land eine kontinuierliche Verbesserung des Geschäftsklimas attestiert. Mit der Freigabe des Wechselkurses des Ägyptischen Pfunds Ende 2016 hatte die Zentralbank frühzeitig gute Voraussetzungen für eine Finanzspritze des Internationalen Währungsfonds zur Stabilisierung der Wirtschaft geschaffen, auch wenn damit seither Herausforderungen wie die Kürzung von Subventionen für Strom, Wasser und Benzin sowie volatile Lebensmittelpreise verbunden sind. Das Investitionsministerium kündigte insbesondere die Unterstützung von Jugendlichen und Frauen, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start-ups an.

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