Letzte Aktualisierung: 2. Juli 2021

Die Palästinensischen Gebiete liegen im Nahen Osten und bestehen aus dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen. Beide Gebiete grenzen an Israel, während der Gaza-Streifen einen direkten Zugang zum Mittelmeer und eine kurze Landgrenze zu Ägypten im Süden hat. Das Westjordanland grenzt im Osten an Jordanien. Zusammen sind sie etwas mehr als doppelt so groß wie das Saarland. Allein der Gaza-Streifen ist etwa so groß wie das Land Bremen. Insgesamt leben rund 4,8 Millionen Menschen in den Palästinensischen Gebieten. Fast jeder zweite Palästinenser ist jünger als 18 Jahre. Ein weiteres grobes Viertel der Bevölkerung ist zwischen 18-29 Jahre alt, so dass letztlich insgesamt über 70 Prozent der Palästinenser noch keine 30 Jahre alt sind. Nur 5,2 Prozent sind mindestens 60 Jahre alt.

Unter dem Namen Palästina ist das Land Mitglied in der Arabischen Liga. Bei der UNO hat es seit 2012 Beobachterstatus, nachdem es 2011 der UNESCO beigetreten ist. Nach dem Tod des langjährigen Palästinenserführers und Präsidenten Jassir Arafat wurde Mahmud Abbas 2005 zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Die für 2021 geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Palästinensischen Autonomiegebiete ist Israel. Über 80 Prozent aller Exporte gehen dorthin und fast 54 Prozent aller Importe kommen von dort. Rund 2,7 Prozent der Importe kamen 2018 aus Deutschland, das vor allem Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile, chemische Produkte und Maschinen nach Palästina liefert. Im Gegenzug exportiert Palästina Lebensmittel, natürliche Öle, Fette und Wachse sowie einige Textilien nach Deutschland.

85 Prozent der Beschäftigten sind in kleinen und mittleren Unternehmen tätig und erwirtschaften rund 55 Prozent des BIP. Die Schwerpunkte der wirtschaftlichen Aktivitäten im Westjordanland liegen in den Bereichen Dienstleistungen, Bauwesen, Pharmaindustrie, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie in der Landwirtschaft. Entsprechende Arbeitsplätze sollen in der eigens errichteten Planstadt Rawabi geschaffen werden, deren Fertigstellung im Jahr 2020 verschoben werden musste. Die wirtschaftliche Erholung und der Wiederaufbau des Landes – insbesondere des Gazastreifens nach dem bewaffneten Konflikt mit Israel im Mai 2021 – ist ein langfristiger Prozess, der weitere internationale Unterstützung erfordert.