Letzte Aktualisierung: 2. Juli 2021

Die Türkische Republik erstreckt sich vom südöstlichen Rand Europas ostwärts bis in den Nahen Osten. Sie grenzt im Westen an Griechenland und Bulgarien, im Norden an das Schwarze Meer, im Südwesten an das Mittelmeer und im Südosten und Osten an Syrien, Irak, Iran, Armenien und Georgien. Die Hauptstadt Ankara liegt etwa in der Mitte des Landes. Istanbul – die größte Metropole der Türkei – liegt am Bosporus und erstreckt sich sowohl auf den europäischen als auch auf den asiatischen Teil des Landes. Mit rund 82,5 Millionen Einwohnern ist die Türkei etwa so bevölkerungsreich wie Deutschland, die Fläche ist jedoch mehr als doppelt so groß.

Die Türkei ist als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches entstanden, das nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst wurde. Als Staatsgründer gilt Mustafa Kemal Pascha, bekannt als Atatürk, der 1923 die Republik ausrief und ihr erster Präsident wurde. Bis zu seinem Tod 1938 führte er zahlreiche Reformen zur Modernisierung und Säkularisierung der Türkei durch, die langfristig zu einer Annäherung an das übrige Europa führten.

1999 erhob das EU-Parlament die Türkei in den Status eines EU-Kandidatenlandes. Die Beitrittsverhandlungen begannen im Jahr 2005. Wirtschaftlich sind die EU und die Türkei bereits sehr eng miteinander verflochten. Fast ein Viertel der türkischen Exporte gehen in nur vier EU-Länder, nämlich Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich, während etwa 17 Prozent der türkischen Importe aus Deutschland, Italien und Frankreich stammen. Die Türkei gehört zu den zwanzig größten Außenhandelspartnern Deutschlands, sowohl was das Import- als auch was das Exportvolumen betrifft.

Seit 2002 wird die Türkei von der AK-Partei regiert, die seither alle Wahlen gewonnen hat. Recep Tayyip Erdoğan, der die Türkei zuvor als Premierminister geführt hatte, ist seit 2014 Präsident. Im April 2017 stimmte eine knappe Mehrheit der türkischen Wähler in einem Verfassungsreferendum für die Umwandlung des parlamentarischen Systems in ein Präsidialsystem.

Die türkische Wirtschaft ist seit dem Putschversuch im Juli 2016 weitgehend ruhig und stabil geblieben. Der Ausnahmezustand wurde nach zwei Jahren im Sommer 2018 beendet. Während das Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren generell rückläufig war, gehörte die Türkei zu den Ländern mit einer positiven Wachstumsrate von 1,8 Prozent im Jahr 2020 gegenüber 0,9 Prozent im Jahr 2019. Während die Covid-19-Pandemie den Tourismus und den Dienstleistungssektor, der 55-60 Prozent des türkischen BIP ausmacht, stark beeinträchtigte, hielt die Industrieproduktion an und die Niedrigzinspolitik förderte das Wirtschaftswachstum ebenfalls. Es wird eine schnelle und starke Erholung mit sechs Prozent Wachstum im Jahr 2021 erwartet, trotz Herausforderungen bei der Inflationsrate. Dies ist auch auf die starke industrielle Basis und die gute Anbindung an die europäischen Märkte zurückzuführen, die schnelle Lieferzeiten für die Automobilindustrie, ihre Zulieferer und die hochwertige Textilindustrie garantiert.

Der von der Weltbank veröffentlichte Doing Business Index 2020 bescheinigt dem Land ein wirtschaftsfreundliches Geschäftsklima. Es rangiert auf Platz 33 in der Welt und ist damit auf einem ähnlichen Niveau wie die Schweiz oder Frankreich.

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